Von der Braunkohle nach Warszawa
– unterwegs für eine gerechte Zukunft
Vom 4. bis 18. September 2026 findet der 10. Ökumenische Pilgerweg für Klimagerechtigkeit in Polen statt. Der Jubiläumsweg verbindet erneut spirituelle Erfahrung, politische Verantwortung und gelebte Solidarität. In zwölf Wandertagen führt der Weg von der Braunkohlestadt Bełchatów nach Warszawa und macht dabei sichtbar, was Klimagerechtigkeit konkret bedeutet: den Übergang von einer fossilen Vergangenheit zu einer lebensfähigen Zukunft.
Bereits der Startort setzt ein starkes Zeichen. Bełchatów ist seit Jahrzehnten geprägt vom größten Braunkohlekraftwerk Europas und den gewaltigen Tagebauen der Region. Hier werden die Folgen fossiler Energiegewinnung ebenso sichtbar wie die sozialen Fragen des notwendigen Strukturwandels. Der Auftakt am 4. September 2026 wird deshalb bewusst als Aktionstag gestaltet – mit Begegnungen, Gesprächen und öffentlichen Impulsen zu Klimaschutz, Energiepolitik und gerechtem Wandel.
Der Pilgerweg versteht sich dabei nicht als Protestmarsch, sondern als spiritueller Weg der Hoffnung. Menschen verschiedener Kirchen, Religionen und gesellschaftlicher Gruppen gehen gemeinsam. Unterwegs entstehen Gespräche über Verantwortung, Suffizienz, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung. Das gemeinsame Gehen eröffnet Räume, die in politischen Debatten oft verloren gehen: Zuhören, Nachdenken und solidarisches Handeln.
Ein weiterer Aktionstag ist für den 12. September in Żyrardów geplant. Die Stadt steht wie viele Orte in Mittel- und Osteuropa für die Herausforderungen industrieller Transformation. Dort sollen lokale Initiativen, soziale Bewegungen und kirchliche Gruppen zusammenkommen, um über gerechte Arbeitsbedingungen, nachhaltiges Wirtschaften und die Folgen der Klimakrise ins Gespräch zu kommen.
Nach insgesamt zwölf Wandertagen erreicht der Pilgerweg schließlich Warszawa. Dort endet der Weg am 18. September 2026 mit einem weiteren Aktionstag. In der polnischen Hauptstadt sollen die Erfahrungen und Stimmen des Weges öffentlich sichtbar gemacht werden. Der Abschluss richtet den Blick nicht nur auf Polen, sondern auf die gemeinsame europäische Verantwortung für Klimagerechtigkeit.
Der 10. Ökumenische Pilgerweg für Klimagerechtigkeit knüpft an die bisherigen Wege seit 2015 an und führt deren Anliegen weiter: Klimaschutz ist keine rein technische Aufgabe. Es geht um Lebensstile, globale Gerechtigkeit und die Frage, wie Menschen in Zukunft zusammenleben wollen. Pilgern bedeutet dabei, langsam zu werden, aufmerksam zu bleiben und sich auf den Weg zu machen – gemeinsam.
Weitere Informationen zur Route, zu Etappenorten und Beteiligungsmöglichkeiten auf www.klimapilgern.de
„Gehen verändert den Blick. Wer zu Fuß unterwegs ist, erlebt Landschaften, Menschen und Konflikte anders. Klimagerechtigkeit beginnt dort, wo Menschen einander begegnen und Verantwortung teilen.“